Weltweite Umsätze mit Chip-Ausrüstung steigen inmitten der Pandemie weiter an
Semi
23. November 2020
Die Weltwirtschaft hat sich in den letzten Monaten allmählich von COVID-19 erholt, da die Welt weiterhin gegen das Virus kämpft. Ein Sektor - die Halbleiterindustrie - hat jedoch ein beeindruckendes Wachstum verzeichnet, das durch einen von der Pandemie beschleunigten Wandel in verschiedenen Branchen - von der Bildung über die Heimarbeit bis hin zum Gesundheitswesen - angetrieben wurde.
Die Halbleiterverkäufe stiegen im September um 12% und markierten damit den zweiten Monat in Folge mit zweistelligem Wachstum. Im bisherigen Jahresverlauf stiegen die Halbleitereinnahmen per September um 5,5% im Vergleich zum gleichen Zeitraum 2019, so SIA/WSTS.
Dieser Aufwärtstrend ist zwar ermutigend, verblasst aber im Vergleich zum Wachstum der Rechnungen für Halbleiterausrüstungen im Jahr 2020. Die Ergebnisse von SEMI zeigen, dass die weltweiten Rechnungen für Chipausrüstungen im September auf einen neuen Höchststand von 7,6 Milliarden Dollar in diesem Jahr gestiegen sind. In den ersten neun Monaten des Jahres 2020 stiegen die Gesamtrechnungen für Ausrüstungen um 23,6 % im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Jahres 2019 und übertrafen damit 51 Mrd. Dollar. Mehr noch: Der Gesamtmarkt für Halbleiterausrüstung ist auf dem besten Weg, im Jahr 2020 den bisherigen Höchststand von 64,5 Mrd. Dollar aus dem Jahr 2018 zu übertreffen.
Investitionen in China, Taiwan und Korea treiben die Ausgaben für Chipherstellungsanlagen in die Höhe. Mit großen inländischen und internationalen Fab-Projekten wird China in diesem Jahr voraussichtlich zum ersten Mal der weltweit größte Markt für Investitionsgüter werden und damit Taiwan überholen, das dicht auf Platz zwei folgen wird. Korea wird bei den Ausrüstungsinvestitionen an dritter Stelle stehen. Das Wachstum in Taiwan und Korea wird von den Ausgaben für die Herstellung von Spitzen-Halbleitern getragen.
Die Ausrüstungsinvestitionen in Nordamerika und Europa gingen im Jahresvergleich zurück, da der Automobil- und der Industriesektor am stärksten von COVID-19 betroffen waren. Es wird erwartet, dass die Investitionsdynamik in beiden Regionen im Jahr 2021 wieder zunehmen wird, wenn die Automobilproduktion wieder das Niveau von vor der Pandemie erreicht hat, während die Fabrikautomation die industrielle Nachfrage ankurbeln wird.